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  • Jutta xxx

Mit AIDA in den hohen Norden

Highlights am Polarkreis


Es war immer ein Traum, einmal auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten. Zu arbeiten und dann dabei die Welt zu bereisen. Die perfekte Kombination oder nicht?

Letztes Jahr hatte ich dann das Glück. Als Sängerin ging es für mich in den hohen Norden. Anfangs hatte ich keine Erwartungen und dachte mir nur:“ Island, Spitzbergen und Co.? Da war ich noch nie! Super! Dann mal los!“

Am 01.06.2019 stieg ich dann mit zwei großen Koffern in Tromsö/ Norwegen auf. Mein Vertrag begann also dort.

Ich beschreibe euch die Route allerdings ab Kiel bzw. „Kirkwall“ da für Touristen dort offiziell die Fahrt beginnt, beziehungsweise der erste Stopp ist.

Übrigens bin ich die Route insgesamt viermal gefahren, weshalb ich die Chance hatte natürlich mehr zu sehen, als die Touristen die jeden Hafen nur einmal anfahren.

Kirkwall

Kirkwall liegt auf den Orkney Inseln, im Norden Schottlands, und ist bekannt für die nördlichste Wiskeybrennerei Schottlands, den „Bishop´s and Earl´s Palace“ und der St. Marcus Cathedral.

Außerdem gibt es den „Ring von Brodgar“, ein Henge mit einer kreisförmigen Steinsetzung im Inneren. Eher unbekannter, ist er dennoch größer als der berühmte „Stone Henge“ in England.


Akureyi/ Island

Nun kommen wir direkt schon zu meinem Highlight: Island! Ich hatte vorher nie eine konkrete Vorstellung von Island. Auf Bildern wirkte es eher langweilig auf mich. Aber ganz im Gegenteil! Ich habe mich so sehr in Island verliebt und kann es nur jedem empfehlen. Gerade wenn man die Natur liebt.

Akureryi selbst bietet nicht sehr viel , jedoch natürlich das Land drumherum.

Von Akureyi kann man sich super ein Auto mieten und einfach ins Land fahren. Tolle Besichtigungsorte sind der bekannte „Godafoss“ Wasserfall und das Namafjall Gebiet. Dort glaubt man auf dem Mars zu sein da der Boden dort orange-rötlich gefärbt ist. Außerdem ist es ein Gebiet mit vielen Solfataren, Löchern im Boden die vulkanische Gase ausstoßen. Vielleicht nicht ganz angenehm für die Nase, dennoch faszinierend zu sehen.




Isafjördur

Eine der schönsten Wanderungen auf der gesamten Route habe ich tatsächlich dort gemacht. Spontan bin ich einfach losgegangen. Ich peilte irgendeinen Hügel an, der dann doch größer und weiter entfernt war als ich dachte. Erst durch einen kleinen Wald hindurch, an Blumen vorbei, ging es nach ca 2.5km steil bergauf. Im zügigem Tempo wanderte ich weiter und erreichte nach ca 1.5 h den „Gipfel“. Von hier hatte ich einen schönen Ausblick auf den Hafen und die Nebenberge.

Isafjördur hat übrigens auch eine tolle Bäckerei in der man die feinsten , isländischen Backwaren kaufen kann. Ans Kalorienzählen darf man da nicht denken.

Und noch eine kleine Attraktion sind tatsächlich die Ampeln. Statt roter Kreise, gibt es Herzen die uns an das Anhalten erinnern.




Reyjavik

Höhlenwanderung

Bei meinem ersten Auslug begleitete ich eine Gruppe , die eine Höhlenwanderung gebucht hatte. Am Morgen war ich schon ganz aufgeregt da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr viel von Island gesehen hatte. Wir fuhren mit einem Bus tief ins Land hinein. Nach circa 45 Minuten Fahrt, bog unser Bus auf einen Schotterweg ab. Kaum zu glauben, dass irgendwo dort eine Höhle sein sollte. Nachdem wir mitten im Grünen anhielten, Helme aufsetzten, unsere Kopflampen anmachten und noch paar Meter mit einen Guide gingen, erblickten wir einen kleinen „Eingang“ am Grund.

Glaubt mir, der Helm war nötig. Die Decke war so niedrig, dass sich einige anstießen. Schon einige Meter weiter, wurde es immer dunkler und dunkler, bis wir in einer großen Höhle ankamen. Der Guide sagte uns “Macht mal alle eure Lampen aus und seid ganz leise“. Wisst ihr was wir sahen? NICHTS! Wir waren mittlerweile so weit im Inneren der Höhle , dass kein einziger Strahl Tageslicht mehr hineintrat. Und hören? Zu hören waren nur kleine Wassertropfen die von der Decke fielen.

Nach einer heißen Schoki und paar Keksen, ging es auch schon wieder zurück an Bord.


Golden Circle

Die Golden Circle Tour ist wahrscheinlich die bekannteste die Island anbietet.

Auch ich wollte mir diesen Ausflug natürlich nicht entgehen lassen.

Mit einem Reisebus fuhren wir vom Hafen direkt ins Land bis zum „Thingvellir“ Nationalpark. Als wir einen Stopp an einem Aussichtspunkt einlegten, wusste ich noch nicht was mich gleich erwarten würde. Am Aussichtspunkt angekommen, wurde ich sprachlos. Eine riesen große Seenplatte, im Hintergrund kleine Berge, die Sonne über mir und weit und breit nur Natur. Solltet ihr mal nach Island fahren, kommt auf jeden Fall an diesen magischen Ort.



Außerdem treffen hier zwei tektonische Platten aufeinander wodurch eine große Erdspalte entstanden ist, durch die man heute gehen kann.


Unser nächster Stopp war der „Strokkur“ Geysir. Alle 10 Minuten schoss dieser hoch und blieb nur wenige Sekunden über der Oberfläche. Die Kamera muss man daher am besten immer schon in Position halten da man ihn sonst leider nicht erwischt. Auch ich habe es nur ein einziges Mal es geschafft den Geysir auf meine Linse zu bekommen.

Der letzte Stopp an diesem Tag war der „Gullfoss“ Wasserfall, was so viel bedeutet wie „goldener Wasserfall“. Man muss sich darauf einstellen: trocken bleibt man hier nicht.


Blue Lagoon/ Secret Lagoon

Leider habe ich es nicht geschafft in meiner Zeit auf Island zu der „Blue Lagoon“ zu fahren. Dennoch ist sie wichtig zu erwähnen da sie eines der meistbesuchten Touristenziele Islands ist. Die „Blue Lagoon“ ist ein großes Geothermalbad in dem ihr sogar Massagen und Gesichtsmasken bekommt.

Da, als ich plante dorthin zu fahren , leider alle Eintrittstickets ausgebucht waren, musste eine Alternative her.

Mit zwei Kollegen, suchte ich daher die „Secret Lagoon“ aus. Ich muss euch sagen: Sie ist zwar nicht so schön wie die Blue Lagoon , jedoch absolut empfehlenswert wenn euch ein kleines Bad auch ausreicht und ihr auch etwas auf den Geldbeutel achten möchtet. Der Eintritt kostet nämlich nur 19€ und ist damit weit günstiger als die Blue Lagoon. Außerdem ist diese Lagune noch etwas unbekannter wodurch sie nicht vollkommen überfüllt war. Platz hatten wir auf jeden Fall alle. Und dann noch bei 38 Grad zu baden…was will man mehr? 😊


Spitzbergen/ Longyearbyen

Radtour+ Sightseeing

Bevor ich mit der AIDA nach Spitzbergen fuhr, hatte ich nie wirklich was davon gehört. Ich guckte mir im Vorerst also auf der Weltkarte an wo Spitzbergen zu finden ist. Spitzbergen ist so nördlich und so nah am Polarkreis, dass ich erwartet hätte, dass Spitzbergen vollkommen verschneit und vereist sei.

Aber falsch...Mit Fahrädern fuhren wir durch die Ebene, die teilweise grün und beblumt war. Außerdem hatte ich kein bisschen gefroren. Nur in der Ferne und weit über uns ragten die weißen und flachen Berggipfel hervor.


An Huskies vorbei, fuhren wir bis ans Ende „Longyearbyens“ ( der größte Ort auf Spitzbergen). Kurz vorher sah ich schon das bekannte Eisbärenschild. Tatsächlich dürfen Touristen nicht weiter als bis dorthin da in der Nähe schon öfter Eisbären gesichtet wurden und es zu riskant wäre, vor allem ohne örtlichen Führer, außerhalb dieser Grenze umherzugehen.

Nach dem wir ein paar Bilder geschossen hatten, radelten wir weiter zu der nördlichsten Kirche der Welt Diese durften wir nur mit Socken betreten. Ein ausgestopfter Eisbär erwartete uns bereits. Die Kirche selbst, war sehr klein und erinnerte tatsächlich eher an ein gemütliches Wohnzimmer.

Bevor es bald schon wieder an Bord gehen sollte, fuhren wir noch schnell in die „Stadt“ hinein und bummelten durch die Hauptgasse. Neben einer Post gibt es hier ein paar kleine Souvenirläden, in denen man wirklich schöne Andenken bekommen kann.


Wanderung auf den Plataberg

Ein andermal musste mein Wanderherz natürlich mit einer Wanderung glücklich gemacht werden. Ursprünglich war eine Gletscherwanderung geplant, jedoch viel diese im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Auf Grund der hohen Temperaturen schmizt das Eis am Gletscher, was zu gefährlich wäre um dort wandern zu gehen.

Plan B war also der Plataberg. Der Startpunkt war oberhalb des Hafens. Gleich steil bergauf, war ich froh nun endlich wieder ein bisschen wandern zu können. Der Weg war relativ steinig und uneben, mit guten Wanderstiefeln aber sehr gut machbar.

Nach ungefähr 1,5 h erreichten wir den Gipfel. Der Ausblick war atemberaubend. Ich hatte fast einen 320 Grad Blick auf das weite Meer und die weißbedeckten Berge.

Als ich gerade meine Trinkfalsche aus meinen Rucksack holte, lief ganz selbstverständlich 20 Meter vor mir ein Rentier entlang. Das war bis zu diesem Zeitpunkt mein erstes Rentier das ich je gesehen hatte. Noch wusste ich nicht, dass ich später am Nordkap tausende zu Gesicht bekommen sollte.

Der Rückweg erfolgte dann allerdings bei strömendem Regen.



Das Nordkap/ Honningsvag

Das Nordkap ist ein ins Nordpolarmeer hineinragendes Kap an der Nordseite der norwegischen Insel Magerøya. Es ist außerdem der nörlichste Punkt Europas.

Auf das Nordkap hatte ich mich besonders gefreut da dieses ja sehr bekannt ist.

Da ich unter anderem im Juni da war und zu dieser Zeit die Sonne nicht untergeht, war es ein besonders beeindrucktes Erlebnis. Gegen 1 Uhr nachts, fuhren wir vom Hafen Honningsvag mit einem Bus ungefähr eine Stunde durchs grüne Land hindurch. Immer mal wieder an der Küste entlang , ließen sich immer mehr Rentiere blicken.

Glaubt mir, ich kann euch nicht sagen, wie viele Rentiere ich in dieser Nacht gesehen habe, aber es waren wahrscheinlich hunderte wenn sogar nicht tausende.

Am Nordkap angekommen, blickte ich auf das weite Meer. Weit und breit nichts als Wasser. Über uns mittlerweile wieder Sonne ( es war etwas bewölkt zu Beginn) , spazierten Freunde und ich ein wenig an der Küste entlang. Kaum zu glauben dass es mittlerweile 2.30 Uhr war und es vollkommen hell war.

Das Nordkap bietet übrigens noch mehr als nur einen wundervollen Ausblick.

Im Besucherzentrum gibt es zum Beispiel auch ein Museum, eine ökonomische Kapelle, Souvenirläden, ein Restaurant und einen Thai Pavillon der an den Besuch König Chulalongkorn von Siam im Jahr 1907 erinnern soll.

Wer also mal ans Nordkap möchte, sollte ausreichend Zeit einplanen.




Hammerfest

Hammerfest ist weit im Norden Norwegens und hat einen kleinen „ Hauswal“. Der Belugawal „Hvaldimir“ lässt sich immer mal wieder gerne im Hafen blicken.

Ansonsten gibt es nicht viel in Hammerfest zu sehen. Ich bin einige Male einfach durch die Stadt spaziert oder auf den Hausberg gegangen, von dem man einen schönen Ausblick auf das Meer und die Stadt hat. Ein kleiner, ausgeschilderter Weg führt in knapp 20- 30 Minuten hinauf.

Tromsö

Leider muss ich auch hier sagen, dass Tromsö mich nicht wirklich umgehauen hat. Die Stadt ist nicht wirklich schön und hat auch nicht wirklich viel zu bieten außer einer „Icebar“ und die Eismeerkathedrale.

Allerdings kann man außerhalb tolle Radtouren machen, mit Huskies auf Schlittenfahrt gehen oder ein traditionelles Sami Camp besichtigen.



Leknes und Lofoten

Ein Ort für Naturliebhaber.

Die Lofoten sind wohl ein Traum für jeden der gerne in der Natur ist und wandert. So natürlich auch für mich.

Kollegen und ich planten deswegen eine Wanderung. Es musste ein Berg sein der nicht allzu weit entfernt vom Hafen ist. Nach kurzer Recherche stoß ich auf den „Offersoykammen“. Die Bilder im Internet hatten mich total fasziniert.

Nachdem wir von einem Taxi an einen Ausgangspunkt gebracht wurden, ging unsere Wanderung los. Am Anfang noch über Felsen und durchs grüne Dickicht hindurch , durchbrachen wir relativ schnell die Baumgrenze.

Vor uns erhob sich ein steiler Hang. Schritt für Schritt ging es voraus. Die Männer waren schon nach kurzer Zeit uns Mädels weit voraus. Aber ich sage immer, auch langsam kommt man ans Ziel. Und so war es. Was ich von oben sah, hatte ich so noch nirgends auf der Welt gesehen: Türkises Wasser, kleine Berge die aus dem Nichts herausragten, saftiges grün an den Hängen und das weite Meer. Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit im Norden so glasklares und türkises Wasser sehen würde.

Auch dieser Tag war eines meiner absoluten Highlights auf der gesamten Route!


Bergen

Eine sehr hübsche und aktive Stadt. Damit meine ich, dass dort immer reges Treiben herrscht und viele Touristen vor Ort sind.

Als ich das eine mal dort war, hatte ich absolutes Glück mit dem Wetter. Mitte 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Am Hafen und dem Hanseviertel Bryggen vorbei, bogen Lisa, eine Kollegin und Freundin , und ich links ab und stiegen in die Standseilbahn, der Floyenbahn ein. Oben am Floyen, dem Hausberg Bergens angekommen, genossen wir die warme Sonne und spazierten ein wenig durch die Natur. Oben gibt es einige Wanderwege die wohl auch noch auf einen etwas weiterentfernten Berg führen.

Bergen ist auch von der Stadt her sehr schön und lädt zum Weilen und Kaffee trinken ein, außerdem findet man am Hafen einen Fischmarkt auf dem man alles findet was Seafood Herz begehrt.


Stavanger

Tatsächlich ist dies die schönste Stadt die ich auf der ganzen Route gesehen habe. Stavanger ist ein absoluter Instagram Hotspot. Bunte Häuser, Fahnen an den Dächern, Blumen an den Laternen und wilde Kunst an einsamen Wänden, ziehen einen nur so an um Fotos zu machen.

Glaubt mir, ich habe hier nicht nur ein Foto gemacht!

2,5 Monate war ich an Bord, bin die gesamte Route vier Mal gefahren und habe wunderschöne Orte gesehen. Island und die Lofoten sind mir allerdings am meisten in Erinnerung geblieben und sind Orte an die ich gerne nochmal wiederkehren möchte. Vor allem für die Nordlichter komme ich wieder, denn diese habe ich bislang leider noch nie gesehen.

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