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  • Jutta xxx

Wandern im Riesengebirge

Eine Rundwanderung zu den Schneegruben (PL-Śnieżne Kotły)



Endlich fand die Reise nach Polen statt. Auf Grund von Corona musste nämlich der Urlaub zweimal verschoben werden. Ursprünglich wären wir bereits im Mai nach Polen gefahren, aber Pustekuchen.

Dafür war natürlich das Wetter im August viel besser 😊

Mit der ganzen Familie ( mein Bruder mit Familie lebt in Polen) fuhren wir also nach „Schreiberhau“ (Szklarska Poręba) wo ich mit meinem Mann, meinen Eltern und meinem Opi ein kleines Hotel gebucht hatte. Insgesamt verbrachten wir 10 Tage dort.

Als Wander- und Bergliebling musste es natürlich schnell auf die Berge gehen.


Mit meinem Mann und meinem Papa, der übrigens bereits schon auf dem Monc Blanc stand, sollte es also zu den „Schneegruben“ (Śnieżne Kotły) gehen. Ich muss dazu sagen, dass meine Mama übrigens aus der Gegend kommt und ich als Kind oft im so genannten „Riesengebirge“ (Karkonosze) gewandert bin, aber Vieles schon aus meinem Gedächtnis gelöscht wurde.


  • Startpunkt : Oberer Sessellift in Schreiberhau

  • Schwierigkeitsgrad: mittel

  • Dauer: 9 h

  • Länge: 29 km

  • Aufstieg: 1.030 hm



Morgens um 6 Uhr verließen wir zu dritt also das Hotel. Durch das Stadtzentrum hindurch gelangten wir nach knapp einer Stunde (leider war nirgends etwas ausgeschildert, weshalb wir den Weg nicht auf Anhieb fanden) zu einem Weg der in den Wald hineinführte.

Dieser wurde bereits nach kurzer Zeit sehr steil. Naja, so hat man das Schlimmste einfach am Schnellsten hinter sich. Tatsächlich waren wir aber wirklich schnell und traten schon bald aus dem Wald hinaus. Da erblickten wir auch schon die „Alte Schlesische Baude“

(Pod Łabskim Szczytem) von wo wir einen wunderschönen Ausblick auf das ganze Land hatten.


Die Alte Schlesische Baude

Kurze Rast und schon ging es weiter. Ein kleiner gesteinerter Weg führte uns bereits nach kurzer Zeit auf den Kamm. Hinter uns war nun der „Reifträger“ (Szrenica) und die „Reifträgerbaude“ (Schronisko Szrenicazu) zu erkennen, vor uns die „Schneegrubenbaude“ (Na Szrenicy) und ganz weit in der Ferne die „Schneekoppe“ (Śnieżka 1.603m) , der höchste Berg des Riesengebirge.

Der Kamm führt übrigens direkt auf der Grenze zwischen Polen und Tschechien, sodass man immer zwischen zwei Ländern hüpft.


Ein Bein ist auf tschechischer und eins auf polnischer Seite


Während man auf dem Kamm entlang wandert hat man übrigens die ganze Zeit einen wunderschönen Blick auf die unter einem liegenden Schneegruben. Seit vielen Jahren gibt es oben einen Aussichtspunkt der in den Hang hineinführt. So kann man direkt tief in den Kessel unter sich schauen, als auch ein tolles Rundumpanorama genießen.


Blick auf die unteren Schneegruben

Die Schneegruben mit ihrem kesselförmigen Tal und der Moräne wurden übrigens durch die Tätigkeit eiszeitlicher Gletscher geschaffen und entstanden wahrscheinlich während der letzten Kaltzeit. Manchmal sieht man auch noch im Sommer Schnee in der Kare, weshalb die Schneegruben heute so heißen.

Die Schneegrubenbaude im Hintergund

Einige Zeit und viele Kilometer später hatten wir dann das Bedürfnis etwas Warmes zu essen. Das Einzige was allerdings in der Nähe war, war die „Martinsbaude“ (Martinova bouda) auf tschechischer Seite.


Die Martinsbaude

Ohje, aus Erfahrung wissen wir , dass man leider kein gutes Essen auf der tschechischen Seite bekommt. ABER, wir dachten uns: "Naja probieren wir´s einfach. Vielleicht hat sich in den Jahren ja was getan!"

Falsch gedacht! Das, was wir dort an Essen bekamen, war so schlecht wie noch nie. Uiuiui.... :( Da wollte ich dann auch kein Foto mehr von machen :D Naja , aber was sollte man tun!? Mit halb vollem Magen gingen wir zurück zum Kamm um von dort aus wieder auf polnischer Seite abzusteigen. Über einen Rundweg kamen wir nach knapp 1.5h an die unteren Schneegruben und konnten nun das ganze Panorama nochmal von einer anderen Perspektive sehen.



Ich habe davon übrigens auch ein Reel bei Instagram. Schaut euch das gerne an. Da seht ihr nochmal wie wunderschön es wirklich dort ist 😊

Als ich dieses Video gemacht hatte, wusste ich allerdings noch nicht was Gleich passieren würde.


Die Schneegruben nun nochmal von unten

Am „Großen und kleinen Teich“ vorbei, wurde der Weg immer unebener und steiniger. Man musste sich sehr konzentrieren um nicht zu stolpern. Tja, was sag ich euch…. Natürlich passierte es! Irgendwie blieb ich mit meiner Fußspitze an einem Fels hängen, fiel vorne über und volle Kanne auf mein Knie. Gott sei Dank stand mein Mann direkt vor mir und konnte mich etwas abfedern. Ansonsten wäre das Ganze, glaube ich, anders ausgegangen.


Für einen kurzen Moment wusste ich nicht ob mein Bein gebrochen war oder Ähnliches da ich mich auf Grund des Schocks nicht richtig bewegen konnte.

Mein rechtes Knie war aufgeplatzt und blutete wie ein Wasserfall. Wie gerufen kamen aber direkt zwei Wanderer mit einem Erste- Hilfe Pack vorbei. Nachdem ich verarztet wurde, versuchte ich aufzustehen und merkte, dass Gott sei Dank alles in Ordnung war und ich „nur“ eine Platzwunde hatte. Ich musste die Tage zwar mein Bein immer hochlegen da es zudem blau und dick wurde, aber mir wurde Schlimmeres erspart.



Langsam , langsam kamen wir aber heile und auch glücklich am Abend wieder im Hotel an. Kaum zu glauben, dass wir an diesem Tag knapp 30 km und mit Pausen 12 h gegangen sind. Kam uns tatsächlich nicht so vor.

Nach diesem aufregenden Tag gab es natürlich mein Lieblingsessen- Pierogi! Eine Art gefüllte Maultaschen, nur eben noch viel besser!


Wir haben die Tage später übrigens noch eine kleine Wanderung gemacht. Tatsächlich war das für mein Knie in Ordnung. Außerdem haben wir die Familie besucht, kleine Ausflüge gemacht und sehr gut gegessen. Haha! 😊


Mein Tipp für euch: Fahrt wirklich mal nach Polen. Polen hat so wunderschöne Ecken und ist zudem günstig. Außerdem kann ich euch überall bestes Essen garantieren! Yumm... :)



 

Und habt ihr noch nicht genug von schönen Bergbildern, schaut doch gerne mal bei der lieben Jessy von "Fräulein Globus" und ihrem neuen Blogpost aus Südtirol vorbei. Ich selber war schon zwei mal in Südtirol und schwärme nur davon.

Ihr bekommt tolle Infos zu den Dolomiten und zudem atemberaubende Bilder von schneebedeckten Bergen und Tälern.








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